Pflege mit Ölen

Holzpflege mit Ölen – natürliche Schönheit bewahren

Holz lebt – es atmet, verändert sich und gewinnt mit der richtigen Pflege über die Jahre noch an Charakter. Eine der natürlichsten und effektivsten Methoden, Holz zu schützen und seine Maserung hervorzuheben, ist die Behandlung mit Öl. Öl dringt tief in das Material ein, schützt es von innen heraus und verleiht der Oberfläche ein warmes, seidiges Leuchten.

Warum Ölpflege so wichtig ist

  • Schutz vor Feuchtigkeit: Öl imprägniert die Poren und verhindert, dass Flüssigkeiten ins Holz ziehen.
  • Langlebigkeit: Durch regelmäßiges Ölen bleibt das Holz stabil und resistent gegenüber Rissen oder Austrocknen.
  • Natürliche Optik: Öl hebt die Maserung hervor, ohne das Holz mit einer dichten Lackschicht zu versiegeln.
  • Angenehme Haptik: Die Oberfläche bleibt atmungsaktiv, samtig und angenehm warm.

Welche Öle eignen sich?

Es gibt verschiedene Öle, die sich für die Holzpflege bewährt haben. Die gängigsten sind:

  • Leinöl: Klassiker unter den Holzölen, dringt tief ein und verstärkt die Maserung.
  • Hartöl-Mischungen: Oft aus natürlichen Ölen kombiniert, sorgen sie für strapazierfähige Oberflächen.
  • Tungöl: Bildet eine feste, widerstandsfähige Schicht – ideal für stärker beanspruchte Flächen.
  • Pflegeöle für Innenbereiche: Besonders sanft, oft mit angenehmem Duft, perfekt für Möbel im Wohnbereich.

👉 Tipp: Immer darauf achten, dass das Öl für Innenmöbel geeignet ist und keine unerwünschten Zusatzstoffe enthält.

Schritt-für-Schritt: So ölst du deine Möbel richtig

  1. Vorbereiten: Oberfläche gründlich reinigen, ggf. leicht anschleifen. Das Holz muss trocken und staubfrei sein.
  2. Öl auftragen: Mit einem fusselfreien Tuch oder Pinsel gleichmäßig auftragen, bis das Holz gesättigt ist.
  3. Einziehen lassen: Einige Minuten warten, dann überschüssiges Öl mit einem trockenen Tuch abnehmen.
  4. Trocknen: Je nach Öl mehrere Stunden bis Tage ruhen lassen.
  5. Wiederholen: Für optimale Wirkung 2–3 Schichten auftragen.

Wie oft sollte man ölen?

  • Möbel, die viel benutzt werden (z. B. Esstische), brauchen etwa alle 6–12 Monate eine neue Ölung.
  • Weniger beanspruchte Stücke (z. B. Vitrinen, Schränke) freuen sich alle paar Jahre über eine Auffrischung.
  • Lieber öfter dünn nachölen, als selten und zu dick – das Ergebnis wird schöner und gleichmäßiger.


"Wenn Wasser auf einem Tisch stehen bleibt und sofort ins Holz zieht, weiß ich: Zeit für Öl! Ein kurzer Handgriff – und schon ist die Oberfläche wieder geschützt.“

Pflege-Tipps für geölte Möbel

  • Sanfte Reinigung: Staub regelmäßig mit einem weichen Baumwoll- oder Mikrofasertuch entfernen. Bei Bedarf leicht anfeuchten, aber niemals triefend nass wischen.
  • Keine aggressiven Reiniger: Verzichte auf Allzweckreiniger, Chemikalien oder Möbelpolituren – sie greifen die Ölschicht an.
  • Nachölen bei Bedarf: Sobald die Oberfläche stumpf aussieht oder Flüssigkeiten nicht mehr abperlen, braucht das Holz eine neue Ölkur. Lieber öfter dünn nachölen, als selten und zu dick.
  • Flecken sofort behandeln: Wasser- oder Rotweinflecken sofort mit einem trockenen Tuch abnehmen, bevor sie ins Holz einziehen.
  • Schutz vor Hitze & Kälte: Untersetzer für Gläser, Teller oder Töpfe benutzen, damit keine Ränder oder Hitzeflecken entstehen. Geöltes Holz reagiert empfindlich auf extreme Temperaturunterschiede.
  • Schutz vor Sonne: Dauerhafte, direkte Sonneneinstrahlung kann das Holz ausbleichen. Am besten Möbel so stellen, dass Licht nicht ungebremst auf eine Stelle fällt, oder mit leichten Vorhängen arbeiten.
  • Kleine Schäden ausbessern: Feine Kratzer lassen sich oft schon mit etwas Öl und einem Tuch „unsichtbar“ machen. Bei tieferen Macken hilft leichtes Anschleifen und anschließend neu einölen.
  • Öl auffrischen: Ein- bis zweimal pro Jahr eine größere Ölkur einplanen: Möbel reinigen, leicht anschleifen und mit einer frischen Ölschicht versorgen.
  • Geeignetes Zubehör bereithalten: Saubere Baumwolltücher, eventuell feines Schleifpapier (220er Körnung) und das passende Holzöl – damit bist du jederzeit vorbereitet.
  • Öllappen sicher entsorgen: Immer ausgebreitet trocknen lassen oder in einem Metallbehälter sammeln, da sich Ölreste selbst entzünden können.

Fazit

Ölpflege ist keine komplizierte Wissenschaft, sondern ein simples Ritual, das deinen Möbeln Jahrzehnte mehr Leben schenkt. Mit ein bisschen Zeit, einem Tuch und dem passenden Öl verwandelst du stumpfe Oberflächen wieder in strahlende Hingucker – natürlich, nachhaltig und wunderschön.

FAQ – Häufige Fragen zur Ölpflege von Holzmöbeln

Woran erkenne ich, dass Holz nachgeölt werden muss?


Wenn die Oberfläche stumpf wirkt, kein leichter Glanz mehr sichtbar ist oder Wasser sofort einzieht, braucht das Holz neues Öl.

Kann ich jedes Öl nehmen?


Nein – nur spezielle Holzöle. Speiseöle wie Olivenöl oder Sonnenblumenöl werden ranzig und verfärben das Holz.

Wie lange dauert die Trocknung nach dem Ölen?


Je nach Ölart 12 Stunden bis 2 Tage. In dieser Zeit sollte man das Möbelstück nicht belasten.

Wie oft sollte man Möbel ölen?


Stark genutzte Flächen wie Esstische etwa alle 6–12 Monate, weniger beanspruchte Schränke oder Kommoden alle paar Jahre.

Kann man geöltes Holz abschleifen und neu behandeln?


Ja. Ein sanfter Schliff entfernt alte Ölrückstände oder Flecken. Danach kann das Holz problemlos neu geölt werden.

Was tun, wenn das Möbel nach dem Ölen klebrig bleibt?


Dann wurde zu viel Öl verwendet oder nicht gründlich abgewischt. Einfach noch einmal mit einem trockenen Tuch nachreiben und gut trocknen lassen.

Welche Möbel sollte man nicht ölen?


Sehr glänzend lackierte oder beschichtete Oberflächen nehmen kein Öl auf. Hier wäre die Oberfläche vorher abzuschleifen.

Kann man geölte Möbel mit Wasser reinigen?


Ja, aber nur nebelfeucht. Pfützen oder triefend nasse Lappen sind tabu, weil sie ins Holz eindringen können.

Welches Öl eignet sich für Küchenmöbel oder Arbeitsplatten?


Am besten spezielle lebensmittelechte Holzöle. Diese schützen die Oberfläche und sind unbedenklich beim Kontakt mit Lebensmitteln.

Wie entsorge ich Öllappen sicher?


Öllappen können sich selbst entzünden. Deshalb immer ausgebreitet trocknen lassen oder in einem geschlossenen Metallbehälter entsorgen.


Quellen & weiterführende Infos:


  • WWF: „Waldbericht und globaler Holzverbrauch“

  • Umweltbundesamt: „Möbel und Klimabilanz“

  • UNEP: „Circular Economy in the Furniture Industry“